Jesus allein in Jerusalem Kindermusicalwoche 2024

Die etwas Älteren unter uns kennen den amerikanischen Weihnachtsklassiker „Kevin allein in New York“ noch. Aber stellt euch mal vor, statt Kevin ist es Jesus. Und statt alleine in New York irrt er alleine durch Jerusalem. Er ist gerade zwölf Jahre alt geworden und das erste Mal mit seinen Eltern und seinen Verwandten zum Passahfest in Jerusalem.

Die Geschichte vom zwölfjährigen Jesus im Tempel ist in der Bibel nur elf Verse lang und steht im Lukas-Evangelium. Nicht besonders spannend, ziemlich kurz und trotzdem die einzige Geschichte, die wir von Jesus als Kind kennen, mal abgesehen von dem Weihnachtsklassiker. Also, die Weihnachtsgeschichte. Nicht der Film.

Obwohl Jesus Kinder geliebt hat, kommen Geschichten über Kinder und für Kinder in der Bibel nicht so oft vor, wie sich Kinder das oft wünschen würden. Das finden zumindest Anne und Felix, die beiden Protagonisten des Musicals „Die Reise nach Jerusalem“ von Hella Heizmann. Anne ist der festen Überzeugung: Die Bibel ist langweilig. Und der Gottesdienst auch. Und überhaupt Kirche. Und Felix sagt: Im Gottesdienst herrscht Spaßverbot. Wir Kinder werden doch immer rausgeschickt. Der Evangelist Lukas sieht das aber anders. Und gemeinsam mit Anne und Felix erforscht er die Geschichte vom zwölfjährigen Jesus in Jerusalem etwas näher. Wie war Jesus als Kind wohl? War er brav und nett und ein totaler Streber? Oder hat er auch mal Unsinn gemacht? Hat er seinen Eltern auch mal widersprochen? Ist er vielleicht nicht einfach im Tempel geblieben, sondern erstmal ein paar Stunden ratlos und ängstlich durch die Großstadt geirrt, weil er die Zeit vergessen hat?

Das Kinder-Rockmusical „Die Reise nach Jerusalem“ von Hella Heizmann mit Theater von Geertje-Marie Groth haucht der Geschichte neues Leben ein. Von Kindern erzählt, für Kinder erzählt, mit Gedanken und Ideen, was Kirche für Kinder ist und sein kann, was doch eigentlich schon alles für sie da ist und was die Erwachsenen manchmal einfach vergessen. Dabei waren wir doch alle mal Kinder.

Sechs Tage lang studierten 39 Kinder im Alter zwischen 5 und 14 Jahren unter der musikalischen Leitung von Geertje-Marie Groth (Gemeindemusikschule #Ton.Art) und Anna-Leticia Fourestier (Gemeindepädagogin Geithain) das Musical in der alten Grundschule in Königshain ein. Das Gebäude steht im Grunde fast leer, die Räume sind die meiste Zeit des Jahres ungenutzt. Doch in der ersten Herbstferienwoche hallte Kinderlachen, Gesang, Spiel und Tanz durch die alten Schulflure. Mit kräftiger Unterstützung von fast 20 ehrenamtlichen Mitarbeitenden aus Geithain, Obergräfenhain, Narsdorf, Königshain, Wiederau und Stein erarbeiteten die Kinder das Musical, lernten in Impulsen und Kleingruppen das alte Jerusalem, den Tempel und Jesus in seiner Kindheit besser kennen und welche Kraft das Reden mit Gott haben kann, spielten Geländespiele, gingen auf Schnitzeljagd und bestritten einen Gebetsparcours.

Am Samstag, 7.10. um 16 Uhr war es dann soweit und die erste Aufführung begann im Bürgerhaus in Geithain. Was Kinder in so kurzer Zeit lernen können, obwohl sie doch eigentlich Ferien haben, durften Eltern, Großeltern, Geschwister und Freunde in einer Stunde voller Musik, schnellen, rockigen und sanften Rhythmen genießen. „Manchmal laut und rockig, dann wieder leise und zart“, sang der Kinderchor am Ende. „Wir machen fröhlichen Lärm zu Gottes Ehren auf unsre ganz spezielle Art!“

Dass diese Art nicht die Art ist, die immer jedem gefällt, das können die Kinder aus eigener Erfahrung berichten, wenn sie sich mal wieder bei alten Kirchenliedern langweilen, die uns Erwachsenen besser gefallen. Aber Lukas sagt es in der letzten Szene zu Anne und Felix: „Jeder gestaltet die Kirche mit.“ „Auch wir Kinder?“, fragt Anne erstaunt. „Was glaubt ihr, was ihr hier gerade tut?“, fragt Lukas zurück.

Wer noch nicht genug hatte, durfte sich das ganze Musical noch einmal am Sonntag, 8.10. um 10 Uhr in Königshain im Festzelt anschauen. Königshain als Gastgeberin genoss dort einen Gottesdienst der ganz besonderen Art, von Kindern gestaltet und mit einer herzlichen Einladung, dass Kirche viel mehr ist als nur der Gottesdienst im Kirchengebäude.

Ein riesiger Dank geht an alle, die mit angepackt haben, als Mitarbeitende in der Woche, rundherum in der Vor- und Nachbereitung, beim Putzen und Dekorieren, beim Aufräumen, Bühnenbauen, Technik und Licht bedienen, Kuchenbacken, Kürbissuppe kochen, in der Band spielen, Werbung verteilen und und und… wieder einmal durfte ein wundervolles Projekt durch das Engagement der beiden Kirchengemeinden in allen verschiedenen Ehrenämtern zum Leben erwachen.

Schon mal vormerken: Die Musicalwoche geht 2024 in die dritte Runde! Wieder in der ersten Herbstferienwoche, vom 7. bis 13. Oktober. Anmeldungen sind nach den Sommerferien möglich.

Die Gemeindemusikschule #Ton.Art feiern ihr Einjähriges!

Am 15. August 2022 habe ich meine Stelle als Leiterin der Gemeindemusikschule im Geithainer und Rochlitzer Land angetreten. Damit war der Startschuss gegeben für ein Projekt, das schon seit vielen Jahren endlich auf sein Entstehen gewartet hat. Mit wenig Erfahrung auf dem Gebiet, aber viel Motivation und einer großen Vision startete ich gemeinsam mit Pfarrer Markus Helbig, Kantor Janko Bellmann und den beiden ehrenamtlichen Gemeindemitgliedern aus Königshain-Wiederau, Daniel Ulbricht und Manuel Dudczig, mit Schwung in diese neue Aufgabe hinein.

Wir begannen am 24. September mit einer kleinen Mini-Konzertreise durch die beiden Regionen, um uns musikalisch vorzustellen. In Wiederau, Döhlen, Rochlitz, Geithain und Lunzenau musizierten wir auf einer kleinen, fahrbaren Bühne draußen vor laufendem Publikum. Drei Wochen später ging es dann gleich mit dem ersten großen Projekt los, der Kinder-Musicalwoche unter dem Motto „Was kostet die Welt?“ In Obergräfenhain mit 39 Kindern und zahlreichen fleißigen Mitarbeitenden aus den Kirchgemeinden, die mit zwei Aufführungen des Musicals „Der Verlorene Sohn“ in Geithain und Stein ihren Abschluss fand.

Mit einer kleinen Kombo aus Piano, Trompete und Gesang gestalteten wir eine musikalische halbe Stunde Ende November im Leitermann Baumarkt in Rochlitz, mit Unterstützung unseres Trompetenlehrers Carsten Schirm.

Der erste Instrumentalunterricht musste noch bis zum zweiten Halbjahr auf sich warten lassen, denn die ersten Monate nach der Gründung der Musikschule waren vor allem geprägt von Planung und Visionsfindung. Verträge, Ordnungen und Satzungen mussten verfasst werden, Musikschulen der Region wurden besucht, Kontakte wurden geknüpft, Honorarkräfte gesucht und ein Beirat gegründet. Mitte Februar konnte es dann aber mit den ersten Klavier-, Orgel-, Gesangs- und Violin-Schülern losgehen. Und Stück für Stück erweiterte sich der Stab an Honorarkräften und damit auch an Schülern.

Zum Ende des vergangenen Schuljahres hatte die Musikschule insgesamt 13 Schülerinnen und Schüler. Mit dem Start des neuen Schuljahres hat sich diese Zahl mehr als verdoppelt. Wir begrüßen ganz herzlich Frau Valeria Tretiakova als Klavierlehrerin in unserem Team, außerdem Silke Müller, die Kindern die Grundlagen der Gitarre beibringt. Beide unterrichten im Luthersaal in Geithain.

Neben dem Aufbau des „Alltagsgeschäfts“, also des Instrumentalunterrichts, fanden verschiedene Kooperationen statt wie die musikalische Ausgestaltung des Konfirmanden-Vorstellungsgottesdienstes in Lunzenau, wo sich auch die Band für das zweite große Projekt der Musikschule das erste Mal zusammen fand, um sich kennenzulernen.

Für „Sing&Meet“, eine Kombination aus Chor, Stimmtraining, Begegnung und Vertiefung, wurde eine Projektband zusammengestellt aus Musikern aus Geithain, Hainichen und darüber hinaus. Das Chorprojekt war ursprünglich größer und aufwändiger angelegt, fand dann aber erst einmal in einem etwas kleineren Rahmen statt, mit zwanzig Sängerinnen, die sich an 8 Abenden über 3 Monate hinweg trafen und ein Konzertprogramm einstudierten. Lesen Sie dazu gerne den Artikel „Abschlusskonzert des regionalen Chorprojekts „Sing&Meet“ der Gemeindemusikschule #Ton.Art“, den Sie auch auf den Seiten der Musikschule hier im Gemeindebrief finden.

Ich bin Gott sehr dankbar für dieses spannende, turbulente Jahr, in dem auch ich kräftig wachsen und wirbeln durfte. Eine neue Aufgabe wie diese, ein großes Experiment ohne Erfolgsgarantie, bringt ihre Herausforderungen mit sich, und an mehr als nur einer Stelle waren die Kräfte weitestgehend aufgezehrt. Doch so ist das mit Neuanfängen. Dieses erste Jahr war dazu da, um den Ball ins Rollen zu bringen, und nun merke ich an der ein oder anderen Stelle, wie es beginnt, zu rollen.

Viele unserer ursprünglichen Vorstellungen, Ideen und Pläne haben sich jetzt in der tatsächlichen Umsetzung stark verändert, andere sind geblieben. Es geht manches langsamer und komplizierter voran als wir es uns im Leitungsteam ausgemalt haben (der Gewinn von Honorarkräften), anderes ist in einem Jahr schon so erfolgreich gelaufen, dass die Vorfreude auf die Wiederholung sich bei den Mitarbeitenden und den Teilnehmenden deutlich zeigt (Musicalwoche, Sing&Meet).

Sicher wird auf uns noch das ein oder andere ernüchternde Projekt zukommen, bei dem der Erfolg sich nicht einstellt und wir es wieder sein lassen müssen. Doch in diesem ersten Jahr habe ich mit sehr viel Freude die positiven Rückmeldungen auf das, was schon passiert ist, wahrgenommen und bin motiviert, in die nächste Runde zu starten.

Eine Strophe ist mir in diesem Jahr sehr wichtig geworden. Die 8. Strophe von "Befiehl du deine Wege":

 

Ihn, ihn lass tun und walten, er ist ein weiser Fürst

Und wird sich so verhalten, dass du dich wundern wirst,

Wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rat

Das Werk hinausgeführet, das dich bekümmert hat.

 

Es ist tröstlich, zu wissen, dass Gott in all unseren Versuchen und unserer zeitweisen Ratlosigkeit die ganze Zeit gewirkt und geführt hat. So viele Menschen haben diese Musikschule in hunderten Gebeten in seine Hände gelegt. Und all das Gute, das ich im vergangenen Jahr erleben durfte, lässt mich staunen, wie treu er alles gelenkt hat, und welchen Segen wir in jedem einzelnen Projekt erfahren haben, während wir uns immer vorher den Kopf zerbrochen haben, ob und wie es laufen und funktionieren soll. Er hat unser Werk wunderbar geführt, das vor allem mich persönlich oft bekümmert hat.

Darum starte ich voller Vertrauen in das zweite Jahr unserer noch sehr kleinen, aber feinen Musikschule und freue mich auf alle weiteren Projekte, alle Überraschungen, die Gott noch für uns bereit hält, und alle Menschen, die ich in meiner Arbeit kennenlernen darf. Die Gemeindemusikschule ist als ein Projekt der Initiative Missionarische Aufbrüche der Landeskirche Sachsen gegründet worden. Menschen zu erreichen und über die Musik zu verbinden, mit ihnen in Kontakt und Austausch zu gelangen, das ist die Idee hinter diesem Projekt.

Herzliche Grüße,

Geertje-Marie Groth

Abschlusskonzert „Sing&Meet“

Das erste „Sing&Meet“ Projekt fand am 25. Juni seinen krönenden Abschluss mit dem Chor-Popkonzert „Let There Be Praise“. Im Festzelt zum Vereinsfest in Königshain standen 21 Sängerinnen aus dem Rochlitzer und Geithainer Land zusammen mit vier Musikern an Schlagzeug, Bass, E-Gitarre und Piano auf der Bühne. „Let There Be Praise“ war auch der erste Song, mit dem das einstündige Konzert eröffnet wurde.

Acht Proben hatten die Sängerinnen nur, um ein ganzes Konzertprogramm einzustudieren. Dazu trafen sie sich an acht Mittwochen im Gemeindesaal in Königshain. Bei schöner, fröhlicher Atmosphäre und mit kleinen Impulsen zum Psalm 23, Snacks und Getränken übte der Chor zehn Lieder ein, bekannte christliche Lieder wie „Wohin sonst“ und „Anker in der Zeit“ und auch weltliche Songs wie „Wunder geschehen“ von Nena oder „Lean on me“ von Bill Withers. Einige zitterten kurz vor dem Auftritt, konnten sich noch nicht vorstellen, wie mit so wenigen Proben ein ganzes Konzert gelingen soll. Parallel fanden aber auch die Bandproben mit Musikern aus Hainichen und Geithain statt. Am Samstag vor dem Konzert trafen dann Chor und Band beim Intensivprobentag das erste Mal aufeinander und es wurde sehr schnell klar - das wird was! Und die Vorfreude auf das Konzert stieg.

Um 16 Uhr am Sonntag verstummten dann vor dem Zelt die letzten Rasentraktoren, die sich die letzten zwei Stunden mehrere Rennen auf dem Sportplatz geliefert hatten. Die letzte Veranstaltung des Vereinsfest Königshain war das Konzert, und die Stühle und Bierbänke waren pünktlich zum Beginn schon sehr gut gefüllt. Nach dem ersten modernen Gospel und einer kurzen Begrüßung durch Daniel Ulbricht aus dem Leitungsteam der Musikschule folgte erst einmal ein gut bekanntes Volkslied. „Kein schöner Land“ lud das Publikum zum Mitsingen ein, gleich danach wurde es jazzig mit dem Kanon „Living Water“.

Jeder Vers aus dem Psalm 23 wurde mit einem oder zwei Titeln näher beleuchtet. Erfrischung - Orientierung - Im Dunkeln - Top Service - Für immer - Der Hirte. Der Chor und die Band rissen den Saal mit emotionalen, peppigen und verspielten Songs mit. Zwischendurch gab es kurze Impulse von Pfarrer Markus Helbig aus Geithain und Daniel Ulbricht aus Königshain.

Der Applaus am Ende war der Lohn für viele Wochen des Probens und Planens. Bürgermeister Johannes Voigt bedankte sich persönlich in einer kurzen Ansprache für das schöne Konzert. Mit diesem Konzert endete auch das Dorffest Königshain, doch die meisten der Teilnehmenden und auch viele Zuschauer hoffen auf eine Wiederholung im kommenden Jahr.

Sing&Meet 2024 befindet sich bereits in der Planung. Vorgesehen sind mehrere lokale Projektchöre, die sich zu circa 10 Proben in mehreren Ortschaften treffen, um das Programm einzustudieren, und sich dann kurz vor den Konzerten als ein großer Chor zusammenzufinden und mit Band die Konzerte vorzubereiten.

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